Tag 13

Uugh! Ich erwachte ganz langsam aus einem komischen Traum und spürte ein Grummeln im Bauch. Vielleicht Sodbrennen infolge exzessiven Genusses von reichlich chlorhaltigem Wasser? Also knabberte ich träge an einer Natrontablette und trank ein Glas Sprudelwasser, sammelte meinen Krams ein und machte mich auf den Weg. Ich wusste nicht genau, wo meine Freunde jetzt waren – nach dem gestrigen Gespräch mit Concetta, welches uns beiden sicherlich für immer im Gedächtnis bleiben würde, hatten wir gar nicht mehr daran gedacht, uns für heute einen Treffpunkt auszumachen. Sowohl sie, als auch Andrea konnte ich nicht erreichen – vermutlich waren sie schon früh aufgebrochen und hatten ihr Handy ausgeschaltet bzw. gerade keinen Empfang. Hoffentlich geht es Andrea wieder besser, dachte ich mir, nachdem sie gestern Abend wegen Halsschmerzen das Bett hüten musste.

Den Jakobsweg wieder zu finden und Pontevedra zu verlassen, kostete mich ein Weilchen, da ich kurz nach dem Verlassen des Hotels die Orientierung verloren hatte und einige Straßen mehrmals ablief, bevor ich an einer Hauswand den rettenden gelben Pfeil sah. Nun konnte nichts mehr schiefgehen! Ich bemerkte einige Bettler in den noch fast leeren Straßen, die die Abfalleimer nach Essbarem untersuchten und mich gar nicht beachteten. Bei einem Bäcker, der frischen Kuchen, Kaffee und leckeren Orangensaft anbot, stärkte ich mich in aller Ruhe und deckte mich mit Proviant für die kommende Etappe ein. In einer weiteren Tüte ließ ich zudem zwei Schokohörnchen pfeffern, die ich einem besonders abgekämpft aussehenden Obdachlosen zustecken wollte, der gegenüber in einer Ecke stand und mit traurigem Gesichtsausdruck an einer Zigarette nuckelte. Er freute sich über die Hörnchen und wünschte mir einen guten Weg!

Ich folgte den Pfeilen vorbei an der Capela da Peregrina und schnarchte über die verwaisten Plätze und Gassen – perfekte Kulissen für jeden epischen Mittelalterfilm. Natürlich musste ich mir etwas Zeit nehmen und eine ganze Menge von Bildern machen … hier eine kleine Auswahl:

Bald darauf hatte ich das historische Zentrum verlassen und stand an der Fußgängerampel einer lärmigen Straße und gähnte. Nach einer gefühlten Ewigkeit begann ich zu überlegen, ob die Ampel überhaupt funktionierte, da sie einfach nicht auf grün springen wollte. War das Pilgermobbing? Plötzlich tippte mir jemand unvermittelt von hinten auf die Schulter!

„UAAARGHH!!!“, äußerte ich dezent und sprang in die Luft. Da stand Andrea, laut lachend und mit einem angeknabberten Schokohörnchen in der Hand.

„Guten Morgen! Was ist denn mit dir los?“

„‘Tschuldigung ... bin schreckhaft.“ Endlich wurde die blöde Ampel grün und nach einer ordentlichen Begrüßung stapften wir gemeinsam nordwärts. Da fiel mir auf:

„Hey, du bist ja ganz alleine. Wo ist denn Concetta geblieben?“

„Ja, ich habe mich entschlossen, einen kleinen Umweg zu nehmen und den Espiritual Variente zu wandern. Der soll ganz toll sein! Wir wollen uns dann in Padron wieder treffen und die letzte Etappe bis Santiago zusammen zurück legen.“

Wir liefen plaudernd ein Weilchen nebeneinander her, doch dann musste Andrea eine andere Richtung einschlagen, um auf ihre Spezialroute zu gelangen. Ich machte mir eine mentale Notiz, mich später über den Espiritual Variente noch einmal ausführlich zu informieren. Obwohl wir uns an diesem Morgen gerade erst getroffen hatten, mussten wir uns schon wieder verabschieden. Andrea musterte mich eindringlich und sagte streng:

„Franta. Du passt auf Dich auf, ja? Fall keine Hügel herunter, lass Dich nicht überfahren, trink genug! Hörst Du? Ich weiß noch, als ich wir uns zum ersten Mal am Stand getroffen hatten, dachte ich, Du kippst vor Erschöpfung gleich aus den Latschen. Also übertreib es nicht!“

Ich versprach es ihr kleinlaut, umarmte sie noch einmal und folgte weiter den Pfeilen auf der rechten Seite des Weges. Wenig reizvolle Liefereinfahrten für irgendwelche Betriebe warteten dort auf mich und nur langsam wollte sich die Vorfreude über die heutige Etappe einstellen. Ich konnte unbesorgt sein: Hinter der nächsten Kurve verbarg sich wieder eine graue Ecke! Doch zum Glück konnte ich meinen morgendlichen Trägheitszynismus bald ablegen, da ich – nach einigem Suchen – einen langsam abfallenden Pfad fand, der in einen ruhigen Wald führte. Ruhig war vielleicht etwas übertrieben, da der Weg sich scheinbar zwischen einer Autobahn und einer Bahnanlage befand, doch durch den Wald auf beiden Seiten waren die Geräusche gedämpft. Irgendwann öffnete sich der Wald nach rechts und gab den Blick auf Bahngleise frei, die vorsichtig überquert werden wollten. Dahinter sah ich schon einen steilen Hügel, den sich der Weg hinauf schlängelte, bedeckt von groben, spitzen Steinen. Man, hatte ich an dieser Stelle vielleicht einen Durst! Eine Fahrradpilgerin schlängelte sich japsend, jedoch nicht ohne einen freundlichen Gruß an mir vorbei und hievte ihren Drahtesel bergauf. Etwas entnervt knurrte ich zwei aufgestylte Pilgertouristen an, die ein Foto von sich gemacht haben wollten und fiel dabei beinahe in einen Bach, der an dieser Stelle direkt über den Weg floss und geschickt überquert werden wollte. Überhaupt fielen mir mehrere Gruppen von Pilgertouristen ganz besonders an dieser Stelle auf, da sie die teilweise schmalen Strecken regelrecht verstopften und laut herum quakten. Ich konnte mir nicht helfen und musste einfach ein Bild davon machen:

Grrr!

An einer Kreuzung hielt ich an und schaute fragend nach links und rechts auf der Suche nach einem gelben Pfeil. Da! Ich erspähte ihn, eingelassen in die Wand einer kleinen Brücke, unter der ich durch schlurfte, und bald an eine Wasserstelle kam.

Zunächst zog ich in aller Ruhe meine mitgenommenen Schuhe aus und stellte sie möglichst weit weg. Dann schälte ich vorsichtig meine Socken von den Füßen und stellte nach einer kurzen Begutachtung fest, dass auch heute ein blasenfreier Tag werden würde! Zufrieden kurbelte ich meine Beine in das kühle Nass, lehnte mich an die Steinwand und summte friedlich vor mich hin.

Als ich ein regelmäßiges Schlurfen vernahm, was so klang, als würde jemand beim Gehen ein Bein nachziehen, öffnete ich wieder die Augen und sah …

„Paster Matt! Sie hier? Ich dachte, alle wären vor mir und ich wieder das Schlusslicht!“

„Franta!“ Er zeigte wie immer ein breites Lächeln, was jedoch etwas flackerte und mir fiel auf, dass er ziemlich erschöpft aussah. Beim Laufen zog er tatsächlich sein rechtes Bein nach und stützte sich dabei auf seinem Wanderstab.

„Nein, heute bin ich bestimmt der Langsamste. Mein Fuß ist etwas … gereizt.“ Stöhnend, dennoch lächelnd, setzte er sich neben mich und atmete ein paar Mal tief durch.

„Sind sie gestürzt?“, fragte ich ihn und kramte sicherheitshalber in meinem Rucksack bereits nach der Reiseapotheke und den Pflastern. Pastor Matt wollte schon abwiegeln und meinte, es sei schon nicht so schlimm, ließ sich dann aber doch dazu überreden, seine Schuhe auszuziehen.

„Ich bin nicht gestürzt, wie Du damals von diesem Hügel. Aber ich glaube, meine Schuhe sind doch etwas zu klein und vielleicht hat sich eine Blase gebildet. Ich hätte die Schuhe doch besser einlaufen sollen!“ Langsam und vorsichtig zog er seinen rechten Schuh und die Socke aus und offenbarte die Ursache seiner Schmerzen: Er hatte eine Nagelbettenzündung an zwei Zehen und dazu unzählige Blasen, welche scheinbar über den halben Fuß verteilt waren. Oh man! Einer der Zehen sah besonders schlimm aus und eiterte bereits.

„Oh … ehm, also … Pastor Matt, wir müssen alles säubern und verbinden. Vielleicht sollten sie der nächsten Apotheke auch einen Besuch abstatten, damit sich das nicht noch weiter entzündet.“

Wir säuberten seine Kralle, was vermutlich nicht gerade schmerzfrei für ihn war – ein Umstand, den er sich dennoch kaum anmerken ließ. Die Entzündung verursachte sicherlich nicht erst seit ein paar Stunden starke Schmerzen und ich bewunderte es sehr, dass der Pastor nicht zurück geblieben, sondern immer weiter dem Weg gefolgt war. In meinem Rucksack fand ich dann schließlich meine „Spezialpflaster“, die sogar länger und breiter waren als Einlegesohlen, wodurch man sie auf jede mögliche Form zuschneiden und auch größere Flächen abkleben konnte. Gemeinsam schnippelten wir einige Streifen zurecht und klebten sie vorsichtig auf die entzündeten Stellen. Die Blasen wurden mit mehreren Gelpflastern verarztet, alles anschließend mit Mullbinden umwickelt zuletzt mit Hansaplast befestigt. Nun sah sein rechter Fuß aus wie der einer altägyptischen Mumie! Das Ergebnis machte insgesamt zwar keinen besonders professionellen Eindruck, aber Pastor Matt war zufrieden und ich war es auch. Zum Glück hatte er noch Sandalen im Gepäck, denn seine alten Schuhe konnte er nicht mehr verwenden. Sein linker Fuß hatte übrigens auch die ein oder andere Blase, war jedoch nicht entzündet und konnte mit dem Rest meiner Blasenpflaster versorgt werden. Ohne mit der Wimper zu zucken, warf er seine alten Schuhe in einen Müllcontainer, zwinkerte mir dabei zu und danke mir für die schnelle „Notoperation“.

„Franta, ich bleibe noch etwas hier und ruhe mich aus, geh‘ doch bitte schon mal vor. Vielleicht mache ich auch ein ganz kurzes Nickerchen.“ Er lächelte und schüttelte mich die Hand. „Heute Abend sehen wir uns bestimmt!“

Also stopfte ich meine Sachen wieder in den Rucksack, überlegte kurz und gab ihm dann etwas von meinem Proviant, da er nichts mehr bei sich hatte. So saßen wir noch einen Moment zusammen und aßen eine Kleinigkeit, bevor ich mich wieder auf den Weg machte. Als ich mich verabschiedet hatte und die Straße herunter lief, wunderte ich mich, wie sehr man bereits den Gewichtsunterschied von ein paar hundert Gramm spürte! Ich hatte zwei Bananen, zwei Schokoriegel und eine kleine Flasche Wasser zurück gelassen und es fühlte sich so an, als ob ich einen fetten Ziegelstein weniger mit mir herum tragen musste. Schon komisch!


Irgendwann öffnete sich der Wald nach rechts und gab den Blick auf Bahngleise frei, die vorsichtig überquert werden wollten. Dahinter erhob sich ein steiler Hügel, den sich ein Weg hinauf schlängelte, bedeckt von groben, spitzen Steinen. Man, hatte ich an dieser Stelle vielleicht einen Durst! Aber jammern half ja nichts. Eine Fahrradpilgerin schlängelte sich japsend, jedoch nicht ohne einen freundlichen Gruß an mir vorbei und hievte ihren Drahtesel bergauf. Doch bald schon hatte ich die Steigung überwunden, verließ den Wald und sah einige Häuser vor mir. Das muss das verschlafene Dörfchen Fuente San Mauro sein, dachte ich! Dort fand ich ein gemütliches, beinahe kitschig-schönes Restaurant auf einer kleinen Anhöhe, dessen große Terrasse überdacht war von einer grünen Matte aus Weinreben. Sucht noch jemand den perfekten Ort für einen Heiratsantrag oder den Drehort einer schmalzigen Liebeskomödie? Schaut mal dort rein. Mir war auch nach Schmalz, bitte mit Salz und Zwiebeln auf kräftigem Brot, serviert mit Schwarzbier! Das stand leider alles nicht auf der Speisekarte, doch ein Käseburger und Cola taten es auch. Hier traf ich auch meine Freunde aus dem Ruhrpott und wir entspannten uns ein Weilchen, ruhten unsere Füße aus und schauten einer frechen Katze beim Frech-sein zu:

Hier war es wirklich super. Lustiges Detail: Sogar der Seifenspender auf dem Waschbecken im kleinen WC-Raum hatte die Form einer Pilgermuschel!

Als ich meinen Tribut im Schankraum verrichten wollte und das Haus neben der Terrasse betrat, bemerkte ich einen sehr alten, gebeugt gehenden Mann, der ein kleines Lederpäckchen unter den Arm geklemmt hatte und langsam auf mich zusteuerte, als er mich erblickt hatte. Bei jeder Bewegung klimperte es sonderbar in seinem Päckchen und ich vermutete, dass sich allerlei Schmuck darin befand, welchen er zum Verkauf anbot. Dem war auch so – doch es war kein langweiliger Kram aus dem Großhandel! Er erklärte mir, dass er in seiner kleinen Werkstatt am Ende der Straße aus Metallplättchen filigrane Ketten anfertigte, deren Pilgermotive hineingefräst bzw. der Umriss ausgespart wurde, sodass zu einem Motiv immer zwei Ketten gehörten. Sozusagen hinein- und herausgearbeitet. Oder wie sagt man das? Wie auch immer: Befestigt waren sie an einem schlichten schwarzen Stoffband und sahen wirklich toll aus. Ganz besonders gefielen mir zwei Ketten, die eine Jakobsmuschel zeigten und perfekt ineinander passten. Die kaufte ich auch sogleich, legte mir eine um den Hals und ließ die andere in meine Tasche segeln. Der betagte Herr freute sich, wünschte mir einen guten Weg und wackelte zufrieden wieder an seinen Stammplatz in einer Ecke des Raumes. Ein sehr schöner Moment, so kurz und dennoch so voll mit lustigen Eindrücken, dass ich noch viel mehr dazu schreiben könnte. Ich kehrte zurück auf die Terrasse und fand meine Freunde verwickelt in ein Gespräch über die öffentliche Pilgerherberge in Caldas de Reis.

„Ja, die Herberge soll total toll sein. Aber ich hab gehört, dass die schon voll ist. Man muss echt früh vorbei kommen, um noch einen Schlafplatz zu ergattern! Zum Glück haben wir eine private Pilgerunterkunft gefunden … “

„Sagt mal, gäbe es da möglicherweise für mich noch ein freies Bett?“, fragte ich etwas besorgt und setzte mich neben sie. Mist, darum hatte ich mich heute ja noch gar nicht gekümmert! Hoffentlich gab es noch irgendwo ein verfügbares Plätzchen.

„Leider nein. Aber es gibt bestimmt das ein oder andere freie Hostel, schau mal nach.“

Ich zückte also das Doogie, wählte mich ins Pilger-WLAN ein und suchte phlegmatisch nach einer alternativen Unterkunft. Aus Mangel an Alternativen buchte ich schließlich ein Bett in einem den Bildern nach zu urteilen ganz gemütlichen Hotel, was noch nicht ganz ausgebucht war. Größte Vorfreude erzeugte das Bild eines Swimmingpools, umgeben von Palmen, welcher ohne Aufpreis mitgenutzt werden konnte. Ein geradezu unverschämter Luxus im gerade noch mittleren Preissegment, den ich mir jedoch gerne bereit war zu gönnen! Das Hotel verfügte über ein eigenes Restaurant, sodass ich mich heute nicht mehr auf Nahrungssuche würde begeben müssen. Ich patschte also ungeduldig auf den „Buchung abschließen – Knopf“, erhielt die Buchungsbestätigung und freute mich.

Plötzlich hörte ich ein kurzes Rufen von der Straße, drehte mich um und sah Pastor Matt, der sich offenbar wieder erholt hatte, uns fröhlich zuwinkte und schnell wieder außer Sicht war. Wie lange hatten wir schon hier gesessen? Bis Caldas de Reis waren es ja noch einige Kilometer, also war es auch für uns das Beste, bald aufzubrechen. Träge erhoben wir uns, schnürten die Rucksäcke zu und folgten einer steil abfallenden Straße, die direkt aus dem Dorf herausführte. Zufrieden liefen wir nebeneinander her und sahen schon nach kurzer Zeit linker Hand den ersten Platz des 32. Galizischen Wettbewerbs für innovative Hauseingänge:

Diese Dauerausstellung sollte uns wahrscheinlich daran erinnern, dass es im Leben stets Raum für Verbesserungen gibt - auch bei Hauseingängen! Wenige hundert Meter dahinter stand übrigens einer der lustigsten kleinen Wegschreine, die ich auf meiner Reise zu Gesicht bekam. Schau mal:

Bald führten mich die gelben Pfeile nach links und auf den Rand der Gegenfahrbahn einer Landstraße. Dies war ein Abschnitt von etwa einem Kilometer, bis in einem Dorf die Straße vor einer Kurve überquert werden musste …

…und der Weg von dort wieder durch den tiefen Wald führte. Einer der gefährlichsten Teile des portugiesischen Jakobswegs, meiner Meinung nach zumindest. Bei jedem LKW, der kreischend an mir vorbei rauschte und mit seinen schwarzen Quarz ins Gesicht blies, fluchte ich laut auf. Es gab keine Leitplanken, die einen schützten und natürlich möchte man daher den größtmöglichen Abstand zur Straße wählen. Aber wie, wenn links neben einem der Weg abfällt und direkt in einem Distelbusch endet? Es war also ein wahrlich traumhafter Nachmittag wie aus dem Bilderbuch (Zynismus-Alarm), der jedoch dadurch aufgeheitert wurde, dass meine Freunde vor bzw. hinter mir liefen, mir die Sonne auf den Rücken schien und ich gute Musik in den Ohren hatte. Das Martyrium hatte jedoch schon bald ein Ende, wir hüpften flink über die Straße und erreichten wenig später eine Art Raststelle: Ein cleverer Hausbewohner hatte an diesem idealen Platz einige Automaten für Kaffee und Knabberkram aufgestellt und verdiente sich so bestimmt eine goldene Nase. Was für ein Job! Zweimal am Tag musste er oder sie nur träge etwas Kekse und Kaffeepulver nachschütten und konnte dafür säckeweise zwei Euro-Münzen einsacken. Vielleicht sollte ich galizische Knabberautomaten-Aktien erwerben!

Wir wollten uns gemütlich hinsetzen und unsere Snacks verknabbern, als eine ganze Horde von Killer-Wespen anflog und uns auf den Sack ging. Keine Dose mit Brause, kein Käsebrötchen und niemandes Eiskaffee war mehr sicher! Ich musste mich dunkel daran erinnern, wie mich als kleiner Junge eine Wespe in die rechte Kralle stach, die ich gerade fröhlich durch die Luft wedelte, woraufhin Hand, Arm und sogar ein Teil meiner Schulter auf monströse Ausmaße anschwollen. Gemeinsam verstauten wir also schnell wieder unser Proviant und huschten zurück auf den Jakobsweg, der uns in einen dunklen Wald führte. Schon bald wichen die Bäume einer Lichtung und das nächste Dorf tauchte auf. Ich machte mir nicht die Mühe, den Namen des Örtchens in meinem Pilgerführer nachzuschlagen, denn ich war recht schnell abgelenkt:

Überall Katzen! Als riesiger Hunde- und Katzenfan und war sofort in meinem Element. Ob das hier die heimliche Katzenhauptstadt Galiziens war? Keine Frage – hier musste ich kurz verweilen. Meine Freunde machten sich unauffällig wieder auf die Socken, doch ich genoss diesen Moment sehr. Darüber hinaus war die Katzenhauptstadt auch wirklich schön anzusehen:

Aus einer etwas heruntergekommenen Garage kam ein finster dreinschauender Typ, lief die Straße hinaus und an mir vorbei in sein Haus. Ich wünsche ihm einen schönen Tag, doch der grimmige Wicht grüßte nicht wirklich zurück und grunzte nur kurz in meine Richtung, was auch eine Mischung aus schnellem Ausatmen und Rülpsen sein konnte. So verließ ich Katzenhausen also wieder, lief guter Dinge an gefühlt tausenden von Weinreben entlang auf das letzte Dorf zu, welches direkt vor den Toren meines Etappenziels lag. Der Weg dahin war sehr schön, doch der graue Himmel drückte mir etwas auf das Gemüt. Also stopfte ich meine Kopfhörer in die Ohren, wählte meinen Lieblingssong aus und summte vor mich hin. Schon besser! Ich nahm mir besonders viel Zeit, all die schönen Details der Umgebung in mir aufzunehmen und machte hier und dort ein Foto.

Besonders gefiel mir an diesem Tag das Bild eines Flaggenmastes, an dem die galizische und europäische Flagge befestigt waren und fröhlich zusammen im Wind wehten.

Zudem wurden schlechte Gedanken schnell durch wunderbar modifizierte Stop-Schilder weggefegt, die man ab und zu neben der Straße finden konnte, teilweise markiert mit einem Richtungspfeil direkt darunter. Da stand dann zum Beispiel Stop complaining oder Never stop! Einfach super.

Von hier aus war es eigentlich nur noch ein Katzensprung bis Caldas de Reis. Nach rund einem Kilometer, in denen ich einige Bauernhöfe und gefühlt dreitausend Weinreben hinter mir ließ, fand ich eine kleine Weinstube. Ein Bauer hatte seine alte Garage in einen gemütlichen Schankraum umgebaut, wo nun grobe Holzbänke standen und frischer, selbst gekelterter Wein und Kuchen von ihm und seiner Frau angeboten wurden.

Gutmütig huschte der ältere Herr von Bank zu Bank, goss Wein in rauen Mengen nach und servierte Kuchen. Aus einem Nebenraum krähte in regelmäßigen Abständen seine Frau etwas auf Spanisch, was nur Kuchen ist fertig oder Bring mal das dreckige Geschirr rein heißen konnte. Auf einem der Bänke saß, Kuchen-essend und beschwipst, …

„Pastor Matt!“

„Hey, Franta! Du bist hier, wie schön. Komm, trink etwas Wein. Ich geb‘ Dir einen aus. Schmeckt prima!“, rief er mir munter zu. Er hatte etwas glasige Augen, war total tiefenentspannt und saß scheinbar nicht erst seit 15 Minuten dort.

„Weißt Du“, sagte er mir, „er macht das alles selbst, Wein, Kuchen … obwohl, den macht seine Frau. Wie auch immer, der Wein ist sehr süß und geht ziemlich schnell ins Blut. Man darf ihn nicht zu schnell trinken und nicht zu viel! Prost.“

„Achso“, lachte ich, bestellte Roten Rauscher und ein Stück Kuchen. Unser netter und eifriger Gastwirt wollte es allen Recht machen und schenkte jedem Gast ein breites, aufrichtiges Lächeln. Zwar sprach er nur Spanisch und etwas Portugiesisch, doch meine Knabber- und Schluckgesten und gierige Blicke in Richtung Kuchen reichten völlig aus. Sogleich wurde mir ein Teller mit einer verführerisch aussehenden Kuchenecke, sowie eine Art Müslischale serviert, die sogleich bis zum Rand mit Rotwein gefüllt wurde. Alter Schwede, sollte ich wirklich einen halben Liter Wein in meine dehydrierte Figur schütten?! Auf der anderen Seite – warum eigentlich nicht.

„Ja, man trinkt den Wein hier scheinbar immer aus Schalen. Der Kuchen ist übrigens eine absolute Spezialität!“, erklärte Pastor Matt. Na dann!

Wir stießen alle an – auch der Wirt – und ein portugiesischer Pilger in der anderen Ecke des Raumes hatte gleich den passenden Trinkspruch parat. Wir verstanden kein Wort, aber es klang einfach wunderbar.

„Hau wech, Brüderchen!“, ergänzte ich und kostete. Köstlich! Als nächstes nahm ich mir den Kuchen vor und wunderte mich zuerst über die eigenartige Konsistenz. Doch erst, als ich einen Happen probierte, stellte ich fest:

„Urgh … Fisch! Der Kuchen schmeckt ja nach Fisch! Pastor Matt, warum hat seine Frau Teig, Zucker und Rosinen gemischt und dann einen Fisch reingelegt? Das ist doch nicht richtig!“, entfuhr es mir erschüttert. Dennoch war ich einfach zu hungrig, um nicht doch noch mehr davon zu essen.

„Ich sagte ja, das ist eine regionale Spezialität, man muss sich eben erstmal daran gewöhnen“, meinte mein Freund und lachte, als ich mit fragendem Blick den Kuchen untersuchte.

Um eine lange Geschichte kurz zu machen: Wir saßen noch eine Weile dort und haben uns ziemlich einen an die Krone gebunden, wie mein Vater sagen würde. Als wir wieder aufbrachen – weit war es ja wirklich nicht mehr – hatten wir einen Affenzahn drauf. Im angedüdelten Zustand und in angenehmer Gesellschaft machte das Wandern einfach riesig Spaß und man merkte die schmerzenden Beine gar nicht mehr. Dieser Abschnitt bot darüber hinaus die schönste Umgebung, die ich an diesem Tag zu Gesicht bekam:

Da stand auch ‘n Pferd und glotzte uns müde an. Hier der Beweis:

So rannten, nein, sprinteten wir förmlich nach Caldas de Reis! Noch etwas schneller und wir wären glatt die Zeit zurück gereist. So also waren wir schon bald darauf im historischen Stadtzentrum Caldas de Reis‘ angelangt und schauten uns dort um:

Dort mussten wir uns leider bereits voneinander verabschieden: Pastor Matt kam in der örtlichen Herberge unter, wohingegen ich noch den Weg zu meinem Hotel finden musste. Ich freute mich schon riesig auf den Swimmingpool!

Ich verlief mich ein paar Mal und erreichte das vor 30 Jahren sicherlich einmal recht pompöse Hotel Madrid, kurz vor dem Einsetzen eines leichten Regenschauers. Der Rezeptionist sah aus wie der Bassist einer Folkband und war mir sofort sympathisch, unterrichtete mich jedoch darüber, dass heute ein „kleiner Kindergeburtstag“ im Garten des Hotels stattfand und es etwas lauter werden könne.

„Alter, das ist kein Ding“, entgegnete ich fröhlich, denn ich war unendlich froh, heute nicht mehr weit laufen zu müssen. „Ich werde heute nur noch zwischen meinem Zimmer, dem Pool und wieder zurück kriechen, der Rest ist mir nicht so wichtig.“ Sein Lächeln schwand beim Wort „Pool“ etwas, doch das konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht richtig deuten. Ich ging in mein Zimmer, ließ meine Klamotten abplatzen und legte mich in die Badewanne, die fast die Hälfte des Raumes einnahm (was jedoch nicht an der Größe der Wanne lag … ). Das lauwarme Wasser prasselte gleichmäßig auf meinen Kopf und ich es dauerte nicht lange, bis ich eingenickt war. Als mein Kopf nach hinten sackte und mir Wasser in die Nase lief, wurde ich prustend wieder wach und entschloss mich dazu, auf dem Bett sitzend ein wenig in meinen Pilgerblock zu schreiben. Von draußen wehte ein angenehmer milder Wind ins Zimmer, die Nachmittagssonne tauchte alles in ein warmes Licht und ich war wirklich zufrieden. So ein schöner Tag! Beim Ausblick aus meinem Fenster freute ich mich sogar schon auf die morgige Etappe, wobei ich mich bemühte, nicht an meine Muskelschmerzen zu denken:

Ich schrieb ein paar Seiten in enger, krakeliger Schrift voll, legte den Block beiseite und schnappte meine Badehose. Jetzt war Plantschen im Pool angesagt! Vom Hotelgarten hörte ich lautes Kinderkreischen und Krakeelen – nur ein kleiner Kindergeburtstag, was war schon dabei?! Der bedrohlich knarzende Fahrstuhl brachte mich nach unten und eine halbe Minute später betrachtete ich die Gartenanlage des Hotels:

Das glitzernde blaue Wasser des Pools machte einen sauberen Eindruck, einige Palmen umringten einen mit Entspannungsliegen ausgestatteten, sehr entspannt wirkenden Entspannungsbereich und gegenüber gab es sogar eine kleine Bar. Leicht getrübt wurde dieser Eindruck durch zehn oder zwölf aus voller Kehle brüllende Grundschulkinder, die mit der Geschwindigkeit kleiner Wirbelwinde im – und außerhalb des Pools umherwuselten und meine Hoffnung auf eine Stunde wohlverdienter Faulheit schnell beendeten. Ich möchte an dieser Stelle ja nicht wie mein eigener Großvater klingen, doch die Aussicht auf etwas Zeit in einem SWIMMINGPOOL hatte mich die letzten paar Kilometer auf der heutigen Etappe überhaupt weiter laufen lassen! Wie konnte es nur so weit kommen? Der Grund war: Pepe.

Pepe war ein dicker Moppel. Obwohl gerade erst zehn Jahre alt, war er bereits so fett und quallig, dass man ein Foto von ihm als mahnendes Beispiel vor jeden Drive-In hätte hängen können. Klingt gemein – ist es auch –, stimmt aber. Sein enormer Bauch entfaltete unter Einwirkung von kinetischer Energie beim Kontakt mit der Wasseroberfläche eine erstaunliche Kraft, deren Auswirkung noch viele Meter weit gespürt werden konnten. Regelmäßig ergoss sich eine Menge Wasser auf die umstehenden bzw. umliegenden Beteiligten, sodass bei dieser Entwicklung bald mehr Wasser außerhalb des Pools sein würde als darin. Ich legte mich auf die hinterste Liege, klappte meinen Block wieder auf und versank in Gedanken. Pepe und seine Gang würden ja sicher nicht bis zum Sonnenuntergang hier bleiben. Man muss nur etwas Geduld zeigen! Dass dachten sicherlich auch die Eltern der jaulenden Meute, die in gehöriger Entfernung im Schatten standen, quarzten und sich unterhielten. In diesem Moment flog eine hohe Wassersäule in meine Richtung und ich warf mich rettend auf den Pilgerblock, bekam einen Schwall Chlorwasser über den Rücken gespült und warf einen wütenden Blick in Richtung fucking Pepe! Seine unzähligen Doppelkinne waberten fröhlich hin und her, während er sich nach einigen Anläufen stöhnend wieder aus dem Becken hebelte, nur um erneut mit voller Wucht ins Wasser zu springen. Neben mir saßen zwei deutsche Pilger, die mit Inbrunst den Rauch getrockneter Tabakpflanzen inhalierten, sich jedoch von dem ganzen Lärm nicht wirklich stören ließen und erst etwas säuerlich wurden, als ein Wasserspritzer ihre Krebsbringer ausmachte. 

„Genug der heiteren Tollerei, ihr kecken Tore!“, erklärte ich feierlich und entfernte mich in Richtung Bankettsaal, der jedoch gänzlich leer und muffig war. Ob die Küche überhaupt geöffnet war?

„Hallo?“, krächzte ich vorsichtig in die Leere.

Kurz darauf schälte sich ein grauer Onkel aus dem Schatten einer wuchtigen Eichenholztür und schlurfte auf mich zu. Er war etwa Mitte 50, untersetzt und trug einen schwarzen Anzug, den er vermutlich zur Konfirmation geschenkt bekommen und seitdem nie ausgezogen hatte. Aus seinen glasigen Augen sprach ehrlich empfundene, tiefsitzende Langeweile. Er gähnte so intensiv, als wollte er sich die Kiefer ausrenken, wobei er ein kaum unterdrücktes Uuuääähh hören ließ. Wortlos dirigierte er mich an einen Tisch im zugigen Durchgangsbereich, bretterte mir mit dem Elan einer Trauerweide die Karte vor die Nase und ging von dannen.

Ich studierte die Karte und bereute, kein Wörterbuch bei der Hand zu haben. Zu 100 % auf Spanisch, na prima. Den Versuch, mit meinem Doogie die ein oder andere Übersetzung aus dem Internet zu erbitten, brach ich nach mehreren Systemabstürzen wieder ab. Ich orientierte mich also an den Bildchen am Rand der Karte und entschied mich für ein Gericht, dass nach Rippchen mit Pommes Frites aussah. Schon kam Knecht Ruprecht angeschlurft, stellte einen Brotkorb auf dem Tisch ab und sah mich ausdruckslos an. Ich trug meine Bestellung in langsamen Englisch vor, die er jedoch nicht zu verstehen schien.

„Do you speak English?“

Regungslos stand er da und starrte scheinbar durch mich durch.

„Do – you – speak - … ach, egal.“ Ich deutete auf das Bild mit den Rippchen und machte eine Art Knabberbewegung. Noch immer schaute er mich verträumt an, schüttelte dann ratlos mit dem Kopf und zog die Stirn leicht in Falten. Noch deutlicher patschte ich auf das scheiß Bild und las laut, das Knurren meines Magens übertönend, die spanische Beschreibung des Gerichts vor. Da blickte er vom Rippchenbild zu mir und wieder zurück und hatte offenbar immer noch Probleme, mich zu verstehen. Langsam kam ich mir reichlich dämlich vor. Alter, ich will dieses blöde Teil hier verspeisen, was war daran nicht zu verstehen?! Doch dann: Ein unsichtbares Rippchen abknabbernd und dabei laut schmatzend, führte schließlich zum Erfolg. Auch meine Geste in Richtung einer Rotweinflasche im Regal gegenüber, verbunden mit Trinkgeräuschen, schien er plötzlich zu begreifen. Er nickte kurz, riss mir die Karte aus der Hand und ging. Na also. Das wäre geschafft!

Einige Minuten darauf wurde mir ein Schluck Wein kredenzt, in einem – wie ich, ohne ein großer Weinkenner zu sein, erkannte – Saftglas. Egal, Hauptsacke rotes Zauberwasser. Währenddessen drangen aus der Küche drohende Geräusche: Ein Rumpeln und Blubbern, mauliges Rufen und lautes Scheppern. Welche kulinarische Köstlichkeit wohl soeben zubereitet wurde? Bevor ich mir der gesundheitlichen Gefahr bewusst wurde, in der ich bald schweben würde, wechselte ich jedoch noch meinen Sitzplatz – hier im Gang war es mir einfach zu windig. Dann kam auch schon der staubige Diener, mit kurzzeitig leicht erhöhter Aufmerksamkeit in seinen müden Augen, da er mich nicht gleich fand. In seiner rechten Kralle balancierte er die Sorge eines jeden Arztes in meine Richtung – einen Haufen Fett, Zucker, Salz und noch mehr Fett. Ich blickte betroffen auf den Versuch einer Soße, die letztlich nicht mehr war als ein trüber See aus Bratenfett, in dem halb verbrannte Pommes Frites und ein dampfender Berg Rippchen traurig lagen. Hier und da war zwischen den klebrigen Knochen sogar ein karger Rest von Fleisch auszumachen. Ich empfand Mitleid für das arme Tier, dass sein Leben für eine solch misslungene Mahlzeit geben musste. Dennoch knabberte ich vorsichtig einige Fleischkrümel ab, fischte die am wenigsten verbrannten Pommes heraus und schlang den Rest Rotwein runter, um den grässlichen Geschmack aus meinem Mund zu spülen. Als ich schon dachte, es könnte nicht schlimmer werden, fand ich das hier:

Schwer vorstellbar, dass das Ding mal in einem Viech heranwuchs. Das war ein verdammtes Stück Plastik! In meinem Essen! Selbst Tony, der Sonder-Barde aus dem Dörfchen vor Ponte de Lima, hatte mir vor einigen Tagen nicht versucht, etwas so gruseliges aufzutischen. Dies hier war einfach zu viel! Ich brach das Festmahl ab und rief laut nach dem Übeltäter, der erstaunlich schnell um die Ecke huschte.

„Was zum Geier ist das hier?“, quetschte ich hervor.

„Achso, das ist nur Plastik von der Verpackung“, sagte er lächelnd und in – man höre und staune – perfektem Englisch. Dabei riss er eine imaginäre Verpackung in der Luft auseinander und zuckte mit den Schultern.

„Sie … sie sprechen Englisch?! Aber … wieso …“ Ich war völlig entgeistert. Der Sack hatte mich offenbar komplett veralbert! Er stand einfach da und sah mich mit einer Mischung aus mäßigem Interesse und vorgetäuschter Freundlichkeit an.

„Rechnung. Sofort.“

Die kam dann auch in Form eines kleinen Zettels auf einem Tellerchen. Auf den Cent genau legte ich den Betrag darauf und stürmte hinfort! Wieder auf meinem Zimmer, öffnete ich weit die Fenster, schnupperte in die frische Abendluft und genoss die Stille; Pepe und seine Gang waren mittlerweile verschwunden und schauten wahrscheinlich gerade das Sandmännchen. Für große Erheiterung sorgte übrigens das Hinweisschild auf meinem Tisch, dass ich nun zum ersten Mal studierte:

Als sich mein Lachanfall wieder gelegt hatte, setzte ich mich auf den Rand des Bettes, sah zufrieden nach draußen und hörte etwas Musik ... ja, so endete also dieser Tag. Easy, dankbar und stolz, nur hungrig und mit etwas Magengrummeln. Sollte ich morgen vor meinem Aufbruch die finsteren Gesellen aus der Küche des Todes noch einmal antreffen, würde ich gerne ganz kurz aus der Haut fahren. Doch abgesehen davon war ich einfach happy.

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